|
|
|
|
Afferenz
Die Gesamtheit aller von der Peripherie (Körperregionen außerhalb von Gehirn und Rückenmark) zum Zentralnervensystem (ZNS) laufenden Nervenfasern. Man spricht hier auch von "aufsteigenden" Nervenbahnen.
Agonist
Eine Substanz, die einem körpereigenen biochemischen Botenstoff in seiner Wirkung gleicht. In pharmakologischen Studien kann dementsprechend ein Agonist einen körpereigenen Wirkstoff ersetzen, indem er an dessen Bindungsstelle (Rezeptor) andockt und den gleichen Effekt auslöst.
Allodynie
Werden
Schmerzen durch Reize ausgelöst, die normalerweise als nicht
schmerzhaft empfunden werden, so spricht man von Allodynie. Beispiele
sind u.a. Schmerzen durch Berührung mit Wasser oder durch das
Überstreifen eines Pullovers. Hier ist die Schmerzschwelle so
verschoben, dass bereits leichte Reize ausreichen, um Schmerzen
auszulösen. Viele an neuropathischem Schmerz leidende Patienten
klagen über Allodynie.
Analgetikum
Schmerzlinderndes Medikament
Antagonist
Das
Gegenteil von einem Agonisten. Ein Antagonist hemmt eine agonistische
Substanz, indem er deren Rezeptor blockiert, allerdings eben ohne einen
Effekt auszulösen.
Aversiver Schmerz
Aversiv
leitet sich von "Aversion" und damit "Abneigung" ab und bezeichnet so
u.a. die Abneigung gegenüber Reizen wie Schmerz.
Axon
Der Fortsatz einer Nervenzelle (Neuron), der elektrische Nervenimpulse vom Nervenzellkörper wegleitet.
|
|
|
 |
C
|
|
Capsaicin
Extrakt aus der Chilischote, das auf bestimmte Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) wirkt und diese sensibilisiert. Diese Nozizeptoren sind wiederum u.a. für unser Kälte-/Hitzempfinden zuständig. Capsaicin wird deshalb bei Experimenten bezüglich des Temperatur- sowie Kälteschmerz-/Hitzeschmerz-Empfindens eingesetzt.
chronischer Schmerz
s. Rubrik "Schmerz-Infos"
COMT
COMT
steht kurz für das Enzym Catechol-O-Methyltransferase, das im
Zentralnervensystem (ZNS) eine entscheidende Rolle an bestimmten
biochemischen Reaktionen inne hat, wahrscheinlich auch im Rahmen der
Schmerzverarbeitung.
CRPS (komplexes regionales Schmerzsyndrom, Morbus Sudeck)
s. Rubrik "Schmerz-Infos"
|
|
|
|
Demyelinisierung
Die
so genannte Myelinscheide (Markscheide) umhüllt Axone der
Nervenzellen und dient dem Schutz und der Ernährung des Axons
sowie einer deutlich schnelleren Erregungsleitung in den Nerven. Bei
der Demyelinisierung (Entmarkung) wird die Myelinscheide zerstört
und damit deren Funktion eingebüßt. Zu den so genannten
Entmarkungskrankheiten zählt u.a. die Multiple Sklerose (MS).
Dopamin
Dopamin
ist ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Zentralnervensystem und hier
u.a. an Motorik, Durchblutung und emotionalem Verhalten sowie an der
Schmerzhemmung beteiligt.
Dysästhesie
Unangenehme Missempfindung, die sich als unangenehmes Kribbeln- oder Ameisenlaufen äußert, und schmerzhaft oder nicht-schmerzhaft sein kann.
|
|
E

|
EEG (Elektroenzephalographie)
Methode
zur Messung elektrischer Gehirnströme, indem die
Spannungsschwankungen des Gehirns an der Kopfoberfläche abgeleitet
werden. Die graphische Darstellung der Messungen nennt sich
Elektroenzephalogramm oder auch kurz EEG.
Efferenz
Im Gegensatz zur Afferenz bezeichnet die Efferenz die Gesamtheit aller vom Zentralnervensystem (ZNS) laufenden Nervenfasern zur Peripherie (Körperregionen außerhalb von Gehirn und Rückenmark). Man spricht hier auch von "absteigenden" Nervenbahnen.
Elektrophorese
Analyseverfahren
in der Biologie und Medizin. Eine wichtige Anwendung ist hier der
DNA-Test, bei dem DNA-Fragmente unterschiedlicher Länge
voneinander getrennt und damit bestimmt werden.
Endorphine
Vom Körper selbst produzierte Opiode mit schmerzstillender Wirkung.
|
|
|
|
|
funktionelle Magnetresonanz-Tomographie (fMRT)
Die funktionelle MRT ist eine Weiterentwicklung der klassischen MRT. Mit diesem bildgebenden Verfahren lassen sich Stoffwechselvorgänge, insbesondere des Gehirns, darstellen. Hier kann man die unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichem und -armem Blut im Gewebe messen, so genannter BOLD-Effekt (Blood Qxygen Level Dependent). Dieser Effekt ermöglicht wiederum Rückschlüsse auf lokale Änderungen der Gehirnaktivität.
|
|
|
|
|
GABA
Die Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA, ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter) im Zentralnervensystem, der hemmend auf die Weiterleitung von Nervensignalen wirkt. GABA ist u.a. an der Hemmung der Schmerzverarbeitung beteiligt.
Glutamat
Glutamat ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter) im Zentralnervensystem, der erregend auf die Weiterleitung von Nervensignalen wirkt. Glutamat spielt u.a. bei der Schmerzsensibilisierung eine bedeutende Rolle.
|
|
|
Hypästhesie
Herabgesetzte Empfindungsstärke auf Reize
Hypalgesie
Herabgesetzte Schmerzempfindung
Hyperästhesie
Verstärkte Empfindung auf Reize
Hyperalgesie
Überempfindlichkeit auf Schmerzreize
|
|
I

|
|
idiopathisch
Krankheiten
werden als idiopathisch bezeichnet, wenn ihnen keine erkennbare Ursache
zugrunde liegt. Vermutlich oder auch nachgewiesenermaßen sind
idiopathische Erkrankungen erblich bedingt.
in vitro
Bezeichnung
für Prozesse, die außerhalb des lebenden Organismus
ablaufen, z.B. Medikamentenstudien unter Laborbedingungen im
Reagenzglas.
in vivo
Bezeichnung für Prozesse, die im lebenden Organsimus ablaufen, z.B. Medikamentenstudien an Probanden.
Innervation
Versorgung von Organen oder Geweben mit Nervenfasern.
|
|
K

|
|
Kernspintomographie
s. Magnetresonanz-Tomographie
Kortex
So genannte Großhirnrinde. Funktionell unterscheidet man u.a. den Motorkortex (motorische Rinde), der uns willkürliche Bewegungen steuern lässt, vom somatosensorischen Kortex. In Letzterem werden Sinneswahrnehmungen wie Berührung, Druck, Temperatur oder auch Schmerz verarbeitet und uns bewusst gemacht.
|
|
L

|
Limbisches System
Areal des Gehirns, das u.a. das emotionale Verhalten und den Antrieb (Triebverhalten) reguliert. Das limbische System registriert damit auch die gefühlsbetonte Seite von Sinnesreizen, also beispielsweise wie intensiv und unangenehm man Schmerz empfindet. |
|
M

|
|
Magnetenzephalographie (MEG)
Ein bildgebendes Verfahren, mit dem kleinste Magnetfelder des Gehirns gemessen werden können. Die magnetische Aktivität entsteht durch elektrische Störme aktiver Nervenzellen. Die MEG gibt also Aufschluss über die Gehirnaktivität, z.B. zur Lokalisierung schmerzverarbeitender Regionen.
Magnetresonanz-Tomographie (MRT, MRI, Kernspintomographie, Kernspin)
Ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugen und damit Organe und Gewebe im Körperinneren beurteilen lassen. Die MRT nutzt magnetische Felder, Röntgenstrahlen kommen hier nicht zur Anwendung. Gegenüber anderen bildgebenden Verfahren hat die MRT den Vorteil der hohen anatomischen Auflösung. Es können auch nur wenige Millimeter große Veränderungen dargestellt und untersucht werden.
Magnetstimulation, transcranielle (TMS, rTMS)
Mit
der Transcraniellen Magnetstimulation (TMS) können einzelne
Gehirnregionen stimuliert werden. Ihre Wirkung beruht auf dem
physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion, nach dem ein
elektrischer Strom fließt, wenn ein Magnetfeld auf- oder abgebaut
wird.
Bei der repetitiven Transcranielle Magnetstimulation (rTMS) werden magnetischen Reize in schneller Folge wiederholt. Therapeutisch wird die rTMS u.a. bei der Behandlung depressiver Patienten eingesetzt.
Mechanismen-orientierte Therapie
Mechanismen-orientierte Therapie oder auch Symptom-orientierte Therapie bedeutet, dass die Therapie möglichst exakt auf die den Symptomen zugrunde liegenden Mechanismen bzw. eben die Beschwerden zugeschnitten werden soll.
Morphium (Morphin)
Morphin ist Hauptbestandteil des Opiums und ein stark wirksames Schmerzmittel.
|
|
|
 |
N

|
Nervensystem
Das
Nervensystem wird anatomisch in das Zentralnervensystem (ZNS) und das
periphere Nervensystem unterteilt. Funktionell greifen ZNS und
peripheres Nervensystem sehr stark ineinander über.
Das ZNS besteht aus Gehirn und Rückenmark. Es ist für vielfältige Funktion zuständig wie die Wahrnehmung aller sensiblen Reize, die von innerhalb oder außerhalb des Körpers kommen, die Koordination aller motorischen Aktivitäten und ganz allgemein die Regulation aller Abstimmungsvorgänge im menschlichen Organsimus. Das außerhalb von Gehirn und Rückenmark gelegene Nervensystem bezeichnet man als peripheres Nervensystem.
Neben der anatomischen Einteilung kann man das Nervensystem auch funktionell unterteilen, nämlich in das somatische Nervensystem und das vegetative Nervensystem (autonomes Nervensystem). Das somatische Nervensystem regelt die willkürliche und reflektorische Motorik. Das vegetative Nervensystem ist unserer Willkür entzogen. Es regelt lebenswichtige Steuerungsvorgänge innerhalb des Organismus wie Atmung, Herzschlag, Stoffwechselvorgänge etc, aber auch die Sinneswahrnehmung. Zum vegetativen Nervensystem gehören der so genannte Sympathikus und der Parasympathikus, die gegenteilige Aktivitäten steuern. Stark vereinfacht lässt sich die Sympathikusaktivität mit einer "Flucht- oder Jagdsituation", die Parasympathikusaktivität mit einer Ruhesituation vergleichen.
Neuralgie
Schmerzen, die in der Regel auf das Ausbreitungsgebiet eines bestimmten Nervs bezogen sind, z.B. Gesichtsneuralgien (Trigeminusneuralgie) oder Neuralgie nach einer Gürtelrose (Post-Zoster-Neuralgie). Neuralgien gehen häufig mit einschießenden Schmerzattacken einher.
Neurokinine
Biochemische
Substanzen, die zur Gruppe der Neuropeptide gehören und in unserem
Nervensystem u.a. bei der Schmerzentstehung eine Rolle spielen.
Substanz P zählt z.B. zu den Neurokininen und ist deshalb auch
für die Schmerzforschung bedeutend. So genannte
Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten können folglich wiederum für
die Schmerztherapie von Interesse sein.
Neuron
Zu
Deutsch: Nervenzelle. Ein Neuron besteht aus Dendriten (Fortsätze,
die zum Zellkörper hinführen), dem Soma (Zellkörper) und
einem Axon (Fortsatz, der vom Zellkörper wegführt). Neurone
dienen der Signalübertragung: Dendriten bringen Information, Axone
transportieren Information. Über Synapsen erfolgt die Verbindung,
also die Kommunikation, zu anderen Nervenzellen oder
Empfängerzellen.
neuronale Plastizität
s.Plastizität des Gehirns
Neuropathie
Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Die Bezeichnung lässt sich ableiten von den griechischen Begriffen "neuron", der Nerv, und "pathos", die Krankheit, also zu Deutsch: Nervenleiden. Ist ein peripherer Nerv betroffen, so spricht man von Mononeuropathie. Polyneuropathie (poly = viel) bedeutet dementsprechend, dass viele periphere Nerven betroffen sind.
neuropathischer Schmerz
Umgangssprachlich auch Nervenschmerz genannt. Neuropathische Schmerzen entstehen als Folge von Verletzungen oder Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark oder peripheren Nerven. Ursachen können Operationen sein, z.B. Phantomschmerz nach Amputation, Schlaganfälle, Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen, aber auch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder virale Erkrankungen wie die Gürtelrose. Neuropathische Schmerzen gehen häufig mit brennenden Dauerschmerzen oder einschießenden Schmerzattacken einher. Die Patienten leiden oft auch unter unangenehmem Kribbeln, Taubheit oder extremer Empfindlichkeit bei nur leichter Berührung der Haut.
Weiteres s. Rubrik "Schmerz-Infos"
Neurotransmitter
Biochemische
Botenstoffe im Nervensystem, welche die Erregungsüberleitung an
den Synapsen und damit die Informations-Übermittlung von
Nervenzelle zu Nervenzelle regeln. Zu den Neurotransmittern zählen
beispielsweise Glutamat, GABA, Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.
NMDA-Rezeptor-Antagonist
Eine Substanz, die speziell die Bindungsstellen (Rezeptoren) von Nervenzellen besetzt, an die sich normalerweise der Botenstoff Glutamat anlagert und die damit in der Folge schmerzleitende Nervenbahnen hemmt.
Noradrenalin
Noradrenalin
ist u.a. ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn, der neben
verschiedenen anderen Funktionen auch an der Schmerzunterdrückung
beteiligt ist.
Nozizeption
Sinneswahrnehmung von Schmerz
Nozizeptor
So
genannter Schmerzrezeptor, eine Art "Sensor" für Schmerz.
Nozizeptoren finden sich als freie Nervenendigungen auf der
Körperoberfläche, aber auch im Körperinneren, z.B. in
Muskeln und Eingeweiden. Nozizeptoren reagieren auf thermische,
mechanische und chemische Reize wie Hitze, Druck, Verletzungen und
leiten die entsprechende Schmerzinformation über Nervenfasern an
das Zentralnervensystem (ZNS) weiter, wo schließlich eine
Schmerzwahrnehmung ausgelöst wird.
|
|
|
 |
O

|
Opioide
Sammelbegriff
für alle Substanzen, die morphinartige Wirkungen besitzen, egal ob
natürlicher, körpereigener oder synthetischer Herkunft.
Opioide werden als Analgetika, also als schmerzstillende Medikamente,
eingesetzt. |
|
P

|
Parasympathikus
s. Nervensystem
Parästhesie
Nicht-schmerzhafte Missempfindung wie beispielsweise Kribbeln oder Taubheit, die auf eine Schädigung von peripheren Nerven zurückzuführen ist.
pathologisch
krankhaft
peripheres Nervensystem
s. Nervensystem
Phantomschmerz
s. Rubrik "Schmerz-Infos"
Pinprick-Test
Mit einer stumpfen Nadel wird auf der Haut ein leicht schmerzhaftes Pieken ausgelöst. Patienten, die an neuropathischem Schmerz leiden, empfinden dabei bereits eine niedrige Reizstärke als extrem schmerzhaft.
Plastizität des Gehirns (neuronale Plastizität)
Die
Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich sowohl strukturell als
auch funktionell veränderten Bedingungen anpassen zu können.
So beispielsweise im Laufe der Chronifizierung von Schmerz, aber auch
bei alterungsbedingten Entwicklungen des Menschen oder bei
alltäglichen Funktionen des Gehirns wie der
Gedächtnisbildung. Die Plastizität des Gehirns ist damit eine
grundlegende Voraussetzung für unser Lernen und das
Erinnerungsvermögen.
Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
Methode
zur Verfielfältigung der Erbsubstanz DNA, für die auch
kleinste Mengen eines DNA-Abschnittes ausreichen. Das Verfahren wird im
Labor maschinell durchgeführt, ein lebender Organismus wird hier
nicht benutzt.
Polyneuropathie
Erkrankung des Nervensystems, bei der viele (= poly) Nerven geschädigt sind. Eine Polyneuropathie kann sich z.B. im Rahmen eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder durch jahrelangen übermäßigen Alkoholkonsum entwickeln.
Weiteres s. Rubrik "Schmerz-Infos"
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem Stoffwechselvorgänge oder Rezeptorsysteme dargestellt werden können. Die PET nutzt dabei radioaktiv markierte Substanzen (Radiopharmaka), die beim Zerfall Positronen aussenden. Die dabei frei werdende Strahlung kann gemessen werden und erlaubt wiederum Rückschlüsse auf spezielle Stoffwechselvorgänge, z.B. die Durchblutung und damit die Aktivität des Gehirns. Die Strahlenbelastung ist sehr gering.
Post-Zoster-Neuralgie (postherpetische Neuralgie)
s. Rubrik "Schmerz-Infos"
Prostaglandine
Hormonähnliche Substanzen, die in verschiedenen Körpergeweben gebildet werden und eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Fieber, Entzündungsreaktionen und Schmerzen spielen. Die schmerzstillende Wirkung bestimmter Substanzen wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) beruht auf deren hemmendem Einfluss auf Prostaglandine.
Proteinkinase
Enzyme der Zelle, die das Wachstum und die Differenzierung der verschiedenen Zelltypen kontrollieren. Proteinkinasen sind auch im Rahmen der Schmerzsensibilisierung bedeutend.
|
|
|
 |
Q

|
Quantitativ Sensorische Testung (QST)
Diagnostisches Verfahren, mit dem sich das gesamte Spektrum der schmerzbedingten Symptome von Patienten mit neuropathischen Schmerzen erfassen lässt. Dabei werden 7 Tests durchgeführt, mit welchen insgesamt 13 Parameter erfasst werden. Im Rahmen der thermischen Testung werden verschiedene Parameter bezüglich des Temperaturempfindens untersucht, indem mittels einer Thermoelektrode Kälte- bzw. Wärmereize im Schmerzareal erzeugt werden. Im Rahmen der mechanischen Testung prüft man beispielsweise die Vibrationswahrnehmung mit Hilfe einer Stimmgabel, die Berührungsempfindlichkeit mit einem dünnen Nylonfilament (v. Frey), die Berührungsüberempfindlichkeit (Allodynie) mit einem Pinsel oder mit Nadelstichen (Pinprick) oder die Schwelle, ab der Druck als schmerzhaft empfunden wird. Diese genaue Analyse der schmerzhaften Symptome erlaubt Rückschlüsse auf die jeweiligen, den Beschwerden zugrundeliegenden Mechanismen. Darauf aufbauend strebt der DFNS eine Mechanismen-orientierte Therapie an. |
|
R

|
|
repetitive Transcranielle Magnetstimulation (rTMS)
s. Magnetstimulation, transcranielle
Responder
Der
Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie "der
Antwortende". In Bezug auf medizinische Studien also ein Proband, der
auf ein Medikament/Verfahren anspricht.
Rezeptor
"Sensor" auf der Körperoberfläche und in den inneren Organen, der spezifische Reize erkennt und in der Folge Signalprozesse auslöst, damit die Reizinformation weitergeleitet werden kann, siehe z.B. Nozizeptor.
Auf molekularer Ebene ist ein Rezeptor eine Bindungsstelle für
Botenstoffe, der sich an der Oberfläche von Zellen befindet.
Bindet der passende Botenstoff, so wird eine Kette biochemischer
Reaktionen ausgelöst, die wiederum mit verschiedenen Wirkungen in
der Zelle einhergehen.
|
|
S

|
Schmerzgedächtnis
s. Rubrik "Häufige Fragen"
Schmerzschwelle
Die
niedrigste Stärke eines Reizes, die von einem Probanden als
schmerzhaft empfunden wird, definiert sich als Schmerzschwelle. Die
Schmerzschwelle eines Menschen ist kein fester Parameter, sie kann sich
verschieben. Körperliches Ausdauertraining erhöht
beispielsweise die Schmerzschwelle und damit die Schmerztoleranz. Bei
Menschen, die an Allodynie leiden, ist die Schmerzschwelle erniedrigt,
so dass bereits leichte Reize ausreichen, um Schmerzen auszulösen.
Schmerzzentrum
Bildgebende Verfahren wie die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) und die fMRT (funktionelle Magnetresonanz-Tomographie) haben maßgeblich zu der Erkenntnis beigetragen, dass kein klar abgegrenztes Schmerzzentrum existiert. Vielmehr ist ein ganzes Netzwerk von Nervenzellen verschiedener Gehirnregionen an der Übertragung und Verarbeitung schmerzhafter Reize beteiligt, die zu dem Sinneseindruck "Schmerz" führen. Statt von einem Schmerzzentrum kann man also von einem Schmerznetzwerk sprechen.
Serotonin
Serotonin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn, der neben verschiedenen neuronalen Funktionen auch an der Schmerzhemmung beteiligt ist.
Somatotopie
Jeder Region des Körpers ist im Gehirn ein bestimmtes Areal zugeordnet. Diese "Abbildung" bezeichnet man als Somatotopie.
Substanz P
Substanz P zählt zu den Neurokininen und spielt bei der Modulation von Nervenzellen eine Rolle. Durch diese modulierende Wirkung wird unser Empfinden für Schmerz verstärkt. Der Einsatz so genannter Substanz P-Antagonisten in der Schmerztherapie wird wissenschaftlich erforscht.
Sympathikus
s. Nervensystem
Sympathikusblockade
Der Sympathikus spielt bei der Entstehung und Aufrechterhaltung neuropathischer Schmerzen eine Rolle: Die verstärkte Aktivität des Sympathikus, z.B. nach einer Nervenverletzung, führt zu einer verstärkten Wahrnehmung von Schmerz. Als anästhesiologisches Therapieverfahren können deshalb Nervenblockaden von Sympathikusstrukturen erwogen werden.
s. auch Nervensystem
Symptom-orientierte Therapie
s. Mechanismen-orientierte Therapie
Synapse
Über
Synapsen erfolgt die Verbindung, also die Kommunikation, von
Nervenzelle zu Nervenzelle bzw. zu anderen Empfängerzellen (z.B.
Muskelzellen).
|
|
|
|
T

|
|
TENS
So
genannte Transkutane Elektrische Nerven Stimulation, eine physikalische
Methode der Schmerzbekämpfung. Mittels Elektroden rund um das
betroffene, schmerzhafte Areal wird u.a. das körpereigene
Schmerzhemmsystem aktiviert.
Thalamus
So genanntes "Tor zum Bewusstsein": Region im Zwischenhirn, in der Informationen aus dem Körper und den Sinnesorganen gesammelt, gefiltert, verarbeitet und umgeschaltet werden, und nachfolgend z.B. zur Hirnrinde gelangen und uns bewusst werden. Schädigungen des Thalamus können zu chronischen Schmerzen führen, die als zentraler Schmerz bezeichnet werden.
Transkriptionsfaktor
Bei
der Transkription werden einzelne Genabschnitte der DNA (Träger
der Erbinformation) in RNA überschrieben, was im Weiteren die
Proteinsynthese (Translation) und damit Stoffwechselvorgänge
regelt. Der Start der Transkription erfolgt mittels so genannter
Transkriptionsfaktoren. Für die Schmerzforschung sind
Transkriptionsfaktoren bedeutend, welche die Synthese schmerzrelevanter
Proteine regulieren, z.B. NFkappaB.
Trigeminusneuralgie
s. Rubrik "Schmerz-Infos"
|
|
V

|
viszeraler Schmerz
Die Eingeweide betreffender Schmerz |
|
Z

|
|
ZNS (zentrales Nervensystem)
s. Nervensystem
Zytokine
So
genannte Wachstumsfaktoren. Proteine, die für Wachstum und
Differenzierung (Spezialisierung) von Körperzellen verantwortlich
sind. Die Bedeutung spezieller Zytokine, z.B. IL(Interleukin)-2, bei
neuropathischen Schmerzen wird wissenschaftlich erforscht.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|